Kölner Championsleague-Sieger

Glückwunsch. Der FC hat den großen FC Bayern mit 3:1 geschlagen. Die neue Millionentruppe hatte in der zweiten Halbzeit phasenweise keine Chance gegen die frisch, fromm, fröhlich und frei aufspielenden Kicker aus der Domstadt.

Millionentruppe?

Naja, nicht ganz.

Stand schon in der Startformation die B-Elf…

Rensing (23) – Lell (22), van Buyten (29), Demichelis (26), Lahm (23) – van Bommel (30), Ottl (22) – Sosa (22), Kroos (17), dos Santos (24) – Wagner (19)

…wurde es nach dem Wechsel und Jansens Verletzung immer „schlimmer“…

Wer kennt schon Celozzi (18), Fürstner (19) oder Bopp (17)? Ausser mir jetzt, der diese Aufstellung schon beim Ablösespiel für Marcell Jansen (ebenfalls Niederlage) bewundern durfte.

Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, behaupte ich mal, dass nicht alle Spieler, die beim Abpfiff auf dem Platz standen, bei Gerland in der Regionalliga Berücksichtigung finden würden.

Aber der Kölner ansich feiert gerne und somit konnten wir beim Stand von 0:1 (für die Bayern!) den beliebten Gassenhauer mit den Bayern und den Lederhosen hören. Ein „nie mehr 2.Liga“ – mehr als eine Woche vor Start der zweiten Liga – kam gegen Ende noch oben drauf.

Wie gesagt, ich gönn‘ den Kölner jede Freude, denn die Realität ist nicht Bayern München, sondern Hoffenheim, St.Pauli und Wehen. Und die spielen nicht mit der C-Elf, oder dieser offenen Einstellung.

Viel Glück. In dieser zweiten Liga, die heuer eigentlich Liga 1b heißen müsste, kann man sowas nämlich gut gebrauchen.

Gab’s auch was Positives aus Bayern-Sicht?

Und wie!

Ich konnte unsere wohl zukünftige 10, Toni Kroos, schon mal ansatzweise zaubern sehen und als i-Tüpfelchen ein erstes Sosa-Tor, als die B-Bayern die Kölner noch im Griff hatten. Und ferner noch die Tatsache, dass selbst diese „Mannschaft“ irgendwie anders spielte, als ich es noch in der letzten Saison gesehen hätte – damit sind sogar und in erster Linie, die Bestandsspieler der letzten Saison gemeint. Komisch. Aber kein wirklich schlechtes Gefühl. Ich hänge nicht an der Vergangenheit…

Gesagt, was alle ohnehin schon wissen

Rafael van der Vaart verläßt den HSV. Nicht in dieser Saison und nicht zum FC Bayern. Aber lange vor seinem Vertragsende beim HSV. Wer es bisher nicht wusste und mir nicht glauben konnte: Er hat es heute selbst gesagt:

„Ich habe immer ehrlich gesagt, dass man im Fußball nie etwas versprechen sollte.“

2009 kann van der Vaart für festgeschriebene 1,5 Mio. wechseln. Ein Wechsel in 2008 ist also mehr als wahrscheinlich, scheiterte der Klub doch unlängst, van der Vaart diese Klausel abzukaufen(!).

Neben seinem bisherigen Traumverein Real Madrid nannte er nun weitere Ziele: Inter, Milan und englische Vereine.

Macht Sinn, denn er will nur wechseln, wenn „er bei seinem neuen Klub zu den Stammspielern zählen würde“. Deshalb kam Real auch in der Liste von heute nicht mehr vor…

Ohnehin ziemlich selbstbewußt, wenn nicht zu sagen, überheblich, bei derlei Vereinen von vorneherein einen Stammplatz zu forden. Hat ja schon fast Ballack-Züge…

Zu den Bayern will er ja bekanntlich nicht. Das freut viele HSV-Fans – wenn schon alle Stars vom HSV weglaufen, dann wenigstens nicht nur zum FC Bayern. Auf der anderen Seite: Wir brauchen ihn auch gar nicht (mehr), denn wir haben den „besseren“ van der Vaart: Toni Kroos. Jung. Talentiert. Günstig. Schon im Bayern-Trikot.

Vielleicht ist Kroos, nein, hoffentlich ist Kroos der Grund für Bayern Münchens schwindendes Interesse an der Verpflichtung eines externen Spielmachers. Kroos hat alles: die Technik, die Übersicht, den klaren Kopf. Er ist halt noch ein bisschen jung – aber das waren Manchester Uniteds Wayne Rooney und Barcelonas Lionel Messi auch, als sie im Seniorenbereich debütierten.

Ich schließe mich Markus Lotters Meinung an. Zauberte Kroos doch zuletzt schon in der Endphase der A-Jugendmeisterschaft und scheiterte er dort erst im Endspiel.

Nun. Kroos ist 17. Und wenn die Zeit, der jetzt noch neuen Superstars verblassen wird, ist Kroos wohl alt genug, eine neue 10 beim FC Bayern zu werden. Keine Ahnung, ob er das und bis dahin durchhält, aber einen Versuch wäre es wert.

Die beste Nachricht des Tages

Danke, Uli – you made my day!

Trotz der aktuellen Personalprobleme sieht FCB-Manager Uli Hoeneß keine Möglichkeiten mehr für Santa Cruz. „Wir haben im Sturm vier Spieler für zwei Positionen, das ist absolut genug.“

Nur noch der Zeitpunkt ist unklar: August oder Winter.

Ehrlich gesagt finde ich das mehr als in Ordnung. RSC hatte jetzt 8 Jahre Zeit zu zeigen, was er drauf hat. Jetzt sollten mal die jungen Spieler ran. Wie Podolski und Schlaudraff. Und wenn es mal eng wird, gibt es immer noch eine zweite Mannschaft oder A- und B-Jugendteams.

Da tummeln sich genügend hungrige Spieler, die gerne mal 8 Jahre eine Festanstallung bei einem der Top-Vereine in Europa hätten, ein warmes Dach über den Kopf, ein paar Millionen auf dem Konto und das alles für 20, 24 Tore?

Doch noch ein bayerischer Titel

‚Hätte ich jetzt beinahe vergessen: Der FC Bayern hat ganz zum Schluss doch noch einen Titel in der Saison 2006/07 errungen.

Am Samstagnachmittag holten sich die U 17-Junioren den Titel.

Würde mich jetzt nicht näher tangieren, aber gewonnen wurde gegen Borussia Dortmund und zwar auf „heiligem Grund“:

Vor 7.000 Zuschauern im Dortmunder Stadion „Rote Erde“ […] erzielte FCB-Stürmer Yannick Kakoko elf Minuten vor Spielende den entscheidenden Treffer (69.).

Wer sich jetzt wundert ob der Zeitangaben: In der B-Jugend spielt man nur 80 Minuten. Was mir allein deshalb bekannt war, weil meine eigene fußballerische Karriere nur bis zur B-Jugend reichte.

Bleibt nur die Frage: Wen dieser Meister-Spieler sehen wir in zwei Jahren bei Bayern II wieder?

Weltpokalsiegerbesieger und treffende Neuzugänge

Der FC Bayern hat heute morgen das millionenschwere Freundschaftsspiel in Hongkong gewonnen.

Kann man den Kurztrip nach Asien noch kritisch sehen (obwohl der FC Bayern das nicht als Problem sieht, denn die Vorbereitung hätte ja noch nicht begonnen…), die Ergebnisse können sich sehen lassen:

– 1.5 Mio. Euro im Gepäck
– Präsenz gezeigt
– Erstes Tor von Klose im Bayern-Trikot
– Erstes Tor von Altintop im Bayern-Trikot
– Keine verletzten Spieler
– Endlich habe ich mal ein halbes Dutzend Regionalliga-Spieler der Bayern auf dem Platz gesehen…

Ferner sind wir jetzt Weltpokalsiegerbesieger. So ein bißchen St-Pauli.

Davon abgesehen: Das Spiel war zu Anfang ziemlich schlecht. Warum?

Bayern im Jetlag und ohne jegliches Spielverständnis. Sao Paulo ging es da nicht anders, befindet sich der Verein doch mitten in der Meisterschaft und trat mehr oder weniger offiziell mit einer B-Elf an.

Irgendwie aber passend, dass die Bayern zur Pause mit 0:1 zurücklagen.

Eine Steigerung nach dem Wechsel und ein Kopfball von Klose brachte den Umschwung. Im Spiel und in meine Morgenmüdigkeit.

Ein typisches Klose-Tor. Per Kopf. In der Rückwärtsbewegung. Macht das Geschmack auf mehr? Und wie.

Das Altintop dann sogar noch das 2:1 per abgefälschten „die-Mauer-steht-nur-5-Meter-vom-Ball-entfernt“-Freistoß erzielt, war Bonus – Klose hätte ohne das Foul allein vor dem Tor die Bude sicherlich schon selber gemacht.

So macht sogar ein 30-Stunden-Trip nach Asien Spaß.

Jetzt schnell wieder zurück nach München, den Jetlag aus den Knochen schütteln (Hitzfeld hat direkt nach Ankunft ein Training angesetzt…) und die Vorbereitung wirklich starten.

Der FC Bayern im Endspiel

Wie vermutet hat sich der FC Bayern für’s Endspiel qualifiziert. Ok. Jetzt erstmal „nur“ die A-Jugend. Aber die B-Jugend ist auch kurz davor.

Was daran besonders auffiel:

1. In der A-Jugend spielen zwei angehende oder Neu-Profis des FC Bayern mit: Thomas Kraft und Toni Kroos.

Der eine, der angehende Torhüter Nr.2 beim FC Bayern und der andere, der Nachwuchsspieler, der aktuell mit Lobeshymnen nur so überschüttet wird. Das macht durchaus Geschmack auf die Zukunft…

2. Einige Namen in der B-Jugend-Elf des FC Bayern haben mich hellhörig werden lassen. Ich dachte spontan: ‚Kann nicht sein! Ist auch nicht so:

Pizarro und Hummels.

Mats Hummels? Der Mats Hummels?

Und Pizarro??

Nein. Dafür wäre er nun wirklich zu alt. Es handelt sich zwar um Pizarro, aber in diesem Fall Diego. Diego Pizarro. Ferner sicherlich nicht mit Claudio verwandt, denn ansonsten hätte er noch nicht einmal „den Pfosten getroffen“.

Das Allerbeste an den beiden Halbfinals war ohnehin die Aussage von Mirko Votava, Ex-Werder-Profi, jetzt A-Jugendtrainer:

„In der ersten Halbzeit waren die Bayern uns haushoch überlegen.“

Toni Kroos spielte in den beiden Spielen wohl nicht nur herausragend, er hat bei den Profis auch schon oft genug zugehört:

„Viel besser kann man das nicht spielen. Ich denke, Bremen ist mit etwas Angst hierher gekommen. Sie haben im Hinspiel gesehen, wie stark wir sind.“

Oder schaut hier vielleicht in der neuen Saison der eine oder andere Bayern-Profi auf die Worte des A-Jugendlichen? 😉

FC Bayern – dies und das

Die großen Dinge sind geregelt beim FC Bayern. Aktuell passiert aber weiterhin viel.

Die Jugendmannschaften spielen noch. Und zwar um die deutsche Meisterschaft. Zu allem Überfluss auch gar nicht mal so schlecht.

Die U19 spielt am Sonntag im Grünwalder Stadion im Halbfinal-Rückspiel gegen die Auswahl von Werder Bremen um den Einzug ins Endspiel. Das Hinspiel in Bremen endete 2:2. Also gute Chancen, aber ein Sieg muss her, denn es gibt keine Auswärtstorregelung.

Erst zum Hinspiel tritt die U17 in Berlin bei der dortigen Hertha an. Trainer Stephan Beckenbauer hofft auf ein gutes Ergebnis für’s Rückspiel.

Sogar die weiblichen Pendants, die U17-Mädels des FC Bayern, haben gute Aussichten, spielen sie doch „von Freitag bis Sonntag in Leipzig die Zwischenrunde der Deutschen Meisterschaft […] Dabei qualifizieren sich in zwei Vierergruppen die beiden Gruppensieger für das Endspiel um die Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft.“

Viel Erfolg.

Und an der Transferfront?

Da ist immer noch nicht Ruhe, inzwischen eine Etage tiefer.

Nach Thomas Linke hat die zweite Mannschaft des FC Bayern einen weiteren Eckpfeiler für die neue Regionalliga-Saison verpflichten können. Vom Liga-Konkurrenten SV Elversberg kommt Vitus Nagorny nach München.

Nagorny wird diesen Monat 29 Jahre alt, Linke ist schon 37. Das widerspricht auf den ersten Blick ein wenig der Vorgabe, in der zweiten Mannschaft des FC Bayern junge Talente spielen zu lassen. Aber weit gefehlt, sollen doch die beiden als erfahrene Routiniers, all die jungen Hüpfer rund um „Toni Kroos, Stefan Rieß, Alexander Benede, Deniz Yilmaz und Björn Kopplin“ an die erste Mannschaft führen. Speziell Linke setzt hier eine Tradition fort, altgediente Profis der Talentschmiede Hermann Gerlands zur Seite zu stellen. Hansi Pflügler war der erste, Thorsten Fink ein anderer.

Das Konzept funktioniert, wie man an all den Talenten im Bayern-Kader der letzten 10, 15 Jahre ablesen kann.